Archive for the ‘Universität’ Category

Meine Theater-Premiere.

Dezember 11, 2007

Mit dem Schauspielern auf Amateur-Niveau habe ich ja schon lange geliebäugelt, es allerdings mangels Zeit und letztem Anstoß bisher noch nie ausprobiert. In Griechenland an der School of English bietet sich dieses Semester endlich die Gelegenheit und am Freitag ist es dann soweit: Meine ganz persönliche Theater-Premiere.

 

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THE BALD THEATRE of the School of English

 

invites you to an open rehearsal of

 

Samuel Beckett’s

 

„A Piece of Monologue“

„Rockaby“

„Catastrophe“

 

&

 

Harold Pinter’s

 

„Family Voices“

 

On Friday, December 14th, 2007, 21.00hrs The Theatre of the Architecture Department At the Polytechnic School (basement)

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„ever tried. ever failed. no matter. try again. fail again. fail better“

S. Beckett

 

Andere Länder, andere…s wissenschaftliches Arbeiten.

Dezember 2, 2007

Es dauert für gewöhnlich sehr sehr lange, bis man es schafft, mich so richtig wütend zu machen. Meine Dozentin im Seminar „The History of the English Language“ hat es geschafft – und zwar innerhalb von wenigen Minuten.

Um meine Credits für das Seminar zu bekommen, musste ich mit einer Tschechin und drei Griechinnen Chaucer’s „Nun’s Priest’s Prologue & Tale“ aus dem Mittelenglischen ins moderne Englisch übersetzen und eine linguistische Analyse der Verben aus zwölf Zeilen eben dieses Werkes verschriftlichen und präsentieren. Ich will mal nicht näher auf die Tatsache eingehen, dass die griechischen Kommilitoninnen sich im zweiten von vier Studienjahren befinden und dies nicht nur ihr erstes Research Paper, sondern auch ihre erste Präsentation war. Klasse.

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Erste Uniwoche.

Oktober 14, 2007

Wie schon gesagt: „Schluss mit Langeweile„. Mein Stundenplan steht – so gut wie. Fünf Seminare werde ich besuchen, von dreien bin ich absolut begeistert, ein anderes werde ich morgen zum ersten Mal besuchen und eines hasse ich bereits jetzt und hoffe insgeheim, dass ich einen Weg finden werde, es aus meinem Stundenplan zu verbannen.

Über das Syntax-Seminar habe ich schon berichtet. Dienstags abends findet der Creative Writing Workshop unter der Leitung eines amerikanischen Schriftstellers statt. Dieser Mann hat eine Art an sich, über das Schreiben und über Kreativität und über Inspiration zu sprechen, dass ich Gänsehaut bekomme. Wenn ich dort nicht lernen kann, mich von selbstauferlegten Schreibblockaden zu befreien, dann werde ich es niemals lernen. Allein für dieses Seminar hat es sich schon gelohnt, nach Griechenland zu kommen.

Auch das Seminar „Introduction to Film“ begann vielversprechend. Ich vermute zwar, dass ich nichts weltbewegend Neues lernen werde, kann aber schon Gelerntes auffrischen und genieße die aufwendige Seminargestaltung des Dozenten, der jede seiner Aussagen mit einem passenden Filmausschnitt belegt.

Morgen werde ich dann erfahren, ob der „Theater Workshop“ ähnlich interessant wird. Ich bin gespannt.

Verhasst ist mir schon jetzt das Seminar „History of English Language“. Nicht, dass das Thema an sich schon unspannend genug wäre.

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Schluss mit Langeweile!

Oktober 8, 2007

Der erste echte Unialltags-Tag ist vorbei und ich bin mehr als zufrieden.

Im Gegensatz zu vielen anderen Fakultäten am Aristoteleio Panepistimio ist die School of English hervorragend organisiert und bietet eine Fülle an Veranstaltungen zur Wahl. Heute habe ich die erste Sitzung zu „Syntax“ besucht und bin sofort absolut drin im Studentenleben. Angenehme Veranstaltung mit erträglichem Dozenten, sofort Kontakte zu griechischen Studenten, Mittagessen in der Mensa und ein paar Stunden in der Bibliothek, um mir die für die Veranstaltung vorausgesetzten Grundkenntnisse anzueignen, die ich anders als die griechischen Kommilitonen nicht besitze.

Und die beste Nachricht des Tages getraue ich mich kaum zu verkünden, bevor ich den Beweis nicht in den Händen halte: Jeder an der Veranstaltung zu „Syntax“ teilnehmende Student erhält sein eigenes, nagelneues, 2006 aufgelegtes Fachbuch, das auf Amazon für gute 40,- Euro gehandelt wird, kostenlos zum Selbststudium. Und angeblich ist dieses eine Seminar keine Ausnahme – diese Handhabe ist am Aristoteleio Panepistimio scheinbar selbstverständlich. Kaum zu glauben. Die deutsche Studenten sollten öfter streiken.

Accepted! Jetzt endlich offiziell.

September 28, 2007

Bürokratische Spießrutenläufe hielt ich bisher für typisch deutsch, muss nun aber zugeben, dass die Griechen uns in nichts nachstehen. Ich will mich nicht damit aufhalten, näher auf das Schlangestehen vorm ERASMUS-Büro, auf die Suche nach geöffneten Sekretariaten oder auf die verwirrende Zimmernummerierung an der Uni einzugehen. Letztendlich zählt das Resultat: Ich besitze seit heute einen offiziellen Studentenausweis der School of English des Aristoteleio Panepistimio Thessalonikis und wurde sogar zu einer Informationsveranstaltung für die departmenteigenen ERASMUS-Studenten eingeladen, die heute mittag stattfand.

Die Veranstaltung war durchaus hilfreich, ich bin jetzt endlich in der Lage, meinen Stundenplan zu basteln und habe außerdem erfahren, dass ich noch eine Woche Urlaub habe, weil die Veranstaltungen erst übernächste Woche beginnen. Außerdem hat sich während der Veranstaltung auch das Klischee bestätigt, dass der griechische Student an sich grundsätzlich gegen alles universitäre rebelliert. Mir wurde erzählt, die griechischen Studenten demonstrierten regelmäßig gegen kostenpflichtige Literatur, zu teuere Bustickets, etc. und legten damit den kompletten Uni-Betrieb lahm. Die Kostprobe, die wir während unserer Infoveranstaltung bekamen:

Repräsentantin der Studenten: „Herzlich Willkommen an unserer Universität auch im Namen Eurer Kommilitonen. Erstens: Geht in die Mensa und esst, soviel Ihr könnt, denn es ist kostenlos. Zweitens: Rund um Kamara gibt’s Bars, die bis morgens um 12 Uhr Happy Hour haben. — Dozent unterbricht: „12 Uhr ist Mittag. Du meinst wohl Mittag.“ — Repräsentantin der Studenten: „Wie auch immer. Drittens: Sucht Euch interessante Seminare aus, aber keine Angst, Ihr müsst nicht so viel dafür tun. Es finden pro Woche mindestens zwei ERASMUS-Parties statt und Ihr könnt euch ruhig jeden Abend besaufen. In den Seminaren gibt’s keine Anwesenheitspflicht.“ — ERASMUS-Koordinatorin unterbricht: „Das ist nicht so ganz das, was Du hier eigentlich erzählen solltest…“ — Repräsentantin der Studenten: „Tja, Sie haben mir nicht genug Geld bezahlt.“