Archive for the ‘Reisevorbereitungen’ Category

Wer soll das bezahlen?

August 8, 2007

Das ERASMUS-Programm ist eine tolle Sache. Wissenschaftlicher und kultureller Austausch, internationale Kontakte, faleralera. Meine Begeisterung für dieses Austausch-Programm lag aber unter anderem auch darin begründet, dass es auch Kindern aus finanziell schwachem Elternhaus einen Auslandsaufenthalt während des Studiums ermöglicht. Hilfreich, dachte ich, sei vor allem die Tatsache, dass das Fördergeld nicht monatlich, sondern 80 % der Gesamtsumme am Anfang und 20 % am Ende der Förderungszeit ausgezahlt werden. So können Reisekosten und notwendige Anschaffungen problemlos bezahlt werden, ohne dass man vorher monatelang Erspartes zurücklegen muss.

Theoretisch. Mittlerweile bezweifele ich, dass mir meine Reise ohne den Vorschuss meiner Eltern möglich gewesen wäre.

Nicht ganz durchdacht ist nämlich der Zeitpunkt der ersten Auszahlung: Wenn die ersten Förderungs-Euros im Oktober auf meinem Konto eintrudeln, befinde ich mich schon fast zwei Monate in meiner neuen Heimat und habe schon lange zuvor Flugtickets, Backpacker-Rucksack, Reisepass, neuen Personalausweis, Telefon- und Portokosten sowie sonstige Überlebenspaketsachen bezahlt. Oder besser: Meine Eltern. Die fühlen sich mittlerweile halb in den Ruin getrieben und ich mich schuldig. Und diese dumme Last muss ich jetzt noch bis Oktober tragen.

Ich hab schon einen Freund, ganz für mich alleine!

August 6, 2007

Ich bin noch gar nicht in Griechenland angekommen und habe schon jetzt einen griechischen Freund. Einen, der mich am Flughafen abholt, der mir die Stadt zeigt, der mir mit der Sprache hilft und während der ersten Wochen für mich da ist. Mein ganz eigener „ERASMUS-Buddy“. Nur für mich. Ist das nicht toll?!

Ich hatte mich schon darauf eingestellt, dem Taxifahrer am Flughafen ein Handy mit meiner Vermieterin am anderen Ende ans Ohr zu halten, damit sie ihm erklärt, wo er mich hinbringen soll. Und dann einen Supermarkt zu suchen, damit ich übers Wochenende nicht verhungern muss. Und dann mit dem Stadtplan loszuziehen, mich herrlich zu verlaufen und dabei ganz viel zu entdecken. Aber macht nichts, das kann ja warten. Ein von AISEC eigens für mich abgestellter griechischer Buddy kann mir dann direkt am ersten Tag schon die sehenswertesten und wichtigsten Ecken zeigen. Verlaufen kann ich mich ja auch später noch.

Vermasselte Planung.

August 3, 2007

Es geht schon los mit dem Improvisieren, schon hier in Deutschland. Die Ärzte haben mich länger unter ihrer Fittiche behalten, als es mir recht war. Also stolpere ich in meinen Umzug morgen, dankbar dafür, am Sonntag schon wenigstens das Wohnzimmer zum größten Teil verpackt zu haben. Heute also die letzte Nacht in meinem geliebten, weltgemütlichsten eigenen Bett, der letzte Grillabend mit dem Lieblingsmitbewohner, hektisch die letzten Kleinigkeiten in Kisten verstaut, die mit „Krimskrams“ beschriften sind. Wahnsinn, was man so alles besitzt…

Die ganze Organisation in den letzten Wochen hat es irgendwie erschwert, sich auch emotional auf den neuen Abschnitt einzustellen. Selbst die Email meines ERASMUS-Vorgängers mit letzten hilfreichen Tipps und das Telefonat mit meiner zukünftigen Vermieterin wirkten heute seltsam surreal. Zuerst muss morgen der Umzug über die Bühne gehen und am Montag die große Soziologie-Klausur, auf die ich weniger als wenig vorbereitet bin.

Doch wenn es dann ab Dienstag ans endgültige Kofferpacken geht, dann wird da auch Platz sein für Reisefieber, für Aufregung, für Vorfreude. Noch acht Tage…

„You’ve been accepted.“

Juli 19, 2007

Mir war ja wirklich etwas mulmig bei dem Gedanken, dass der Tag des Abflugs immer näher rückt und ich bis heute immer noch keine Bestätigung für meine erfolgreiche Bewerbung an der Aristotle University hatte. Also habe ich mir ein Herz gefasst und die im negativen Sinne berühmt berüchtigte ERASMUS-Koordinatorin in Thessaloniki angerufen.

Sie ist gar nicht so schlimm, wie alle behaupten. Nach nur dreimal Klingeln den Hörer abgenommen, fließendes Englisch, schnelle Information: „You’ve been accepted at the Department of Journalism and Mass Communication.“

Jippiiieeee!

Jetzt ist der große Stolperstein zwar aus dem Weg geräumt, einen kleinen gibt es trotzdem noch. Da im Journalism Department nur im Sommersemester Veranstaltungen auf Englisch angeboten werden, habe ich mich für das kommende Wintersemester zusätzlich bei der School of English für Linguistik beworben. Die ERASMUS-Koordinatorin sagte mir eben, dass meine Bewerbung dort momentan zwar vorliegt, aber noch nicht bearbeitet wurde. Theoretisch wäre es somit möglich, dass ich zwischen Sprachkurs und Sommersemester mein Improvisationstalent auf die Probe stellen muss. Es bleibt also doch noch ein wenig spannend…

Informationsveranstaltung ohne Infos.

Juli 14, 2007

Nachdem ich mich wochenlang selbstständig oder in gemeinsamer Beratschlagung mit anderen Weggängern durch den Informationsdschungel von Heimatuni, Gastuni, Krankenversicherungen, Behörden, etc. geschlagen habe, fand dann vor drei Tagen endlich eine Informationsveranstaltung des Akademischen Auslandsamtes statt. Knapp drei Wochen vor Abflug wohlgemerkt. Dort wurde man mehr oder weniger aufgeklärt über die Möglichkeit, sich an der Heimatuni beurlauben zu lassen, ein Bankkonto im Gastland zu eröffnen, eine private Zusatzkrankenversicherung abzuschließen und ein Learning Agreement auszufüllen.

Gähn.

Für jemanden, der sich bei dieser Veranstaltung zum ersten Mal mit diesen Themen beschäftigt hat, ist der Zug höchst wahrscheinlich ohnehin schon abgefahren. Und damit wäre mal wieder bewiesen, dass man sich an der Universität auf niemand anderen verlassen sollte, als auf sich selbst. Wer darauf wartet, dass ihm Informationen von alleine zufliegen, der hat beim Abflug ein Problem. Oder zumindest jede Menge Stress.

Amüsant war auch das anschließende Gespräch mit einer Studentin, die bereits griechische ERASMUS-Erfahrungen gesammelt hat.

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