Ich freue mich wie ein kleines Kind. So richtig richtig richtig doll. Eigentlich bin ich ja ein etwas sentimental veranlagter Mensch und kann Abschiede weniger als gar nicht leiden. Doch dieses Mal ist es unerwartet anders. Unerwartet leicht, weil die Vorfreude noch größer ist, als gedacht.
Morgen früh wird um acht Uhr der Wecker klingeln und mich zum Kofferpacken zwingen, was ich in letzten beiden Tagen erfolgreich vor mir hergeschoben habe. Mir graute nämlich die ganze Zeit schon ein wenig davor davor, mein Leben in einem Koffer und einem Rucksack und insgesamt 20 kg unterzubringen. Ich werde mit Sicherheit von einem Leid ins nächste fallen, wenn ich ein scheinbar unverzichtbares Detail nach dem anderen wegen mangelnder Kapazität von meiner Packliste streichen muss.
Doch wenn dann alle Schnallen und Verschlüsse geschlossen sind, dann wird es sich gut anfühlen. Umzüge haben ja schon so etwas Gutes an sich – so etwas seltsam Bereinigendes. Denn wenn das Leben sich in beschrifteten Umzugskisten verstauen lässt, dann hat das einen Hauch von Freiheit. Etwas von der Freiheit, jederzeit, an jedem Ort auf diesem Planeten an Vergangenes anknüpfen zu können. Weil man das wichtigste nicht in Kisten verstauen muss, weil man das wichtigste überhaupt in sich trägt. Ach, wie pathetisch.
Ein Körnchen Wahrheit ist jedoch dran. Die 20 kg, die ich morgen zusammenpacken werde (ja ja, und vielleicht das zusätzliche Päckchen, dass ich mir nachsenden lassen werde, ich geb’s ja zu), werden nur die Dinge beinhalten, die ich am allernötigsten brauche. Denn dies ist eine Stufe mehr als ein Umzug, dies ist ein Auswandern auf Zeit. Und da 20 kg nicht viel sind, werde ich mir beweisen wie unwichtig Materielles ist, wenn man die großen Schätze ganz woanders mit sich trägt. Die kleine Abschiedsfeier mit meiner Familie, meinen Großeltern und meinem Lieblingsonkel mit Familie aus Berlin und die herzlichen Umarmungen von allen am Ende des Abends sind zum Beispiel in Kilos überhaupt nicht aufzuwiegen. Aber sie bedeuten so viel mehr, als eine 400ml Flasche Bodylotion.
Ich freue mich also wie ein kleines Kind aufs 20kg-Kofferpacken, den Flughafen, das In-den-Sitz-gepresst-werden beim Abheben und auf die griechische Sonne.
August 10, 2007 um 9:43
das wird grossartig!! hoffe du hast einen so grossartigen kofferzumacher wie ich ihn hatte, fast hundert kilo zwangen meinen ueberfuellten koffer in die knie..
ja bodylotion braucht kein mensch..
und man mag es kaum glauben, es gibt sie auch in griechenland.. und sie ist nicht schlechter nur weil du nicht lesen kannst was drauf steht;
August 10, 2007 um 11:23
…aber teurer, hab ich mir sagen lassen ;o). Ich werd zu späterer Stunde von meinem Packerfolg oder -misserfolg berichten…